22.07.2019

RTR veröffentlicht Studie über Zero-Rating in der EU

Ende Juni 2019 veröffentlichte die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) eine Studie zum Thema Zero-Rating in der Europäischen Union. Zero-Rating wird in der EU von mehreren Mobilfunkbetreibern praktiziert. Dabei wird der Datenverbrauch bei der Nutzung bestimmter Applikationen oder Dienste nicht vom im Tarif inkludierten Datenvolumen abgezogen.

Die Diskussion über Zero-Rating sei Teil einer breiteren europäischen Debatte zum Thema Netzneutralität. Zero-Rating ist jedoch nicht explizit verboten, solange das inkludierte Volumen nicht erreicht wurde, da es in diesem Fall als unterschiedliche Behandlung aufgrund „kommerzieller" und nicht technischer Merkmale gilt.

Befürworter des Zero-Ratings sind der Ansicht, dass es mobiles Breitband attraktiver für Kunden mache und ihnen die Gelegenheit gebe, mehr (Datenvolumen) für bestimmte Apps und Dienste zu konsumieren. Gegner hingegen vertreten die Ansicht, dass Zero-Rating die Wahlfreiheit von Konsumenten einschränke, da es ihnen Anreize zur Nutzung jener Apps gäbe, die der Anwendung von Zero-Rating unterliegen.

Insgesamt kommt die RTR zum Schluss, dass es keinen systematischen Effekt von Zero-Rating auf andere Tarifmerkmale wie inkludierte Daten, den Preis oder den Preis pro GB gebe. Der Effekt variiere vielmehr über Länder, den betrachteten Zeitraum und zwischen Anwendungskategorien. Die Ergebnisse der RTR würden daher den regulatorischen Ansatz einer einzelfallbezogenen Bewertung der (potenziellen) Auswirkungen von Zero-Rating unterstützen.

Die vollständige Studie der RTR kann unter folgendem Link abgerufen werden:

https://www.rtr.at/de/inf/ZeroRatingEU2019/Zero_Rating_in_the_EU_June_2019.pdf