21.01.2019

Studie: Flächendeckender Glasfaserausbau kann erheblich beschleunigt werden

In Deutschland erfolgte am 29.11.2018 die Veröffentlichung einer Studie, in der Tiefbaukapazitäten als Engpass für den FTTB/H-Ausbau thematisiert werden. Im Konkreten untersucht die Studie die Gründe für die Probleme auf dem Tiefbaumarkt. Grundsätzlich soll die Studie als Empfehlungen zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung für den Markt und die öffentliche Hand dienen.

Die Kapazitätsengpässe am Tiefbaumarkt haben verschiedenste Gründe: Unternehmen stellen nur ein Bruchteil der Kapazitäten für den FTTB/FTTH-Ausbau zur Verfügung, große Bauunternehmen engagieren sich kaum beim Glasfaserausbau, es bestehen große Personalengpässe bei hochqualifizierten Fachkräften für Tiefbautätigkeiten und auch bei Kommunen und Behörden mangelt es an Ressourcen.

Damit die beschriebenen Probleme gelöst werden können, schlagen die Autoren ein umfangreiches Maßnahmenpaket vor: Durch den Einsatz alternativer, kostensparender Verlegetechniken, die Verlegung der Glasfaser in Abwasserrohren, die Nutzung vorhandener Freileitungen oder die Nutzung vorhandener Leerrohre kann die Ausbaugeschwindigkeit deutlich erhöht und die Ausbaukosten deutlich gesenkt werden. Hierbei müssen auf Seite der Kommunen die Akzeptanz alternativer Verlegemethoden erhöht und personelle Engpässe mit Hilfe elektronischer Tools beseitigt werden. Höchste Priorität muss des Weiteren die Behebung des Fachkräftemangels haben. Bestehende Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen müssen daher unbedingt erweitert werden. Auch kann die Qualifizierung von Arbeitskräften aus angrenzenden Tätigkeitsbereichen zusätzliche Personalressourcen schaffen. Darüber hinaus sollte eine kontinuierliche Vergabe oder eine Zuteilung nach dem Windhundprinzip erwogen werden, um Lastspitzen im Tiefbau zu vermeiden.